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Teil 15 - Fippo - Was ist denn hier los?

«Der Zug schaukelt durchs Tunnel wie ein Schiff, und ich geniesse die Fahrt und die Zugluft. Vielleicht lerne ich ja wieder eine wohlriechende Hundedame kennen, wie das letzte Mal auf meiner Reise durch die Schweiz? Zur Sicherheit halte ich die Nase in die Höhe und schnuppere! Tatsächlich! Mmmmh! Hach! Wie das duftet!

Ich nehme nochmals eine Nase voll. Woher kommt der Duft? Neugierig tapse ich in den nächsten Wagon, aber dort ist weit und breit keine Hündin zu entdecken. Wobei ... was ist das? Ah, hier! Aus einer Box gucken mich zwei süsse dunkle Augen an, versteckt unter einem Vorhang aus weissen Löckchen. Jetzt winselt der Vorhang auch noch! Aber wie kann ich diese blöde Box öffnen? Ich stosse mehrmals mit meiner Schnauze gegen den Verschluss. Die Besitzerin schaut erschreckt von ihrem Buch auf und wedelt mit der Hand vor meiner Nase rum: «Sch, sch, verschwinde!» - Hallo? Sie kann mich doch nicht einfach von diesem betörenden Ort wegscheuchen. Ich tue so, als hätte ich nichts gehört und schnuppere weiter an der Nase von Weisslöckchen. Durch das Gitter vorne an der Box ist das sehr mühsam, vor allem, weil meine Schnauze auch ziemlich gross ist, aber es klappt! Meine neue kleine Freundin beginnt, mich beschwichtigend an den Lefzen abzulecken. «Hau ab!» - Oups! Die Frau hat mich so laut angeschrien, dass ich vor Schreck durch den ganzen Wagen renne, und dann noch in die falsche Richtung!

Im letzten Abteil steht einer im Weg. Ich bremse scharf ab, und dann erkenne ich, wer es ist: Bodesurri! Vor Freude schmeisse ich mich auf den Rücken. Mein kleiner Freund, was habe ich dich vermisst! Ihm ist es anscheinend ebenso ergangen: Bodesurri japst, winselt, bellt, alles durcheinander. Wir beginnen in gewohnter Manier zu rangeln, bis der Zug hält und die Leute aussteigen. Bodesurri bedeutet mir mit dem Kopf, ihm zu folgen. Wir verlassen den Zug, den Bahnhof, und dann sprinten wir Seite an Seite, als könnten wir fliegen. Plötzlich stehen wir vor einem grossen Gebäude, und auch das erkenne ich wieder! Marcels Büro und Lager. Hier haben Bodesurri und ich die Leckerli stibitzt, wenn wir in einem Sack einen Riss entdeckten. Manchmal haben wir den Riss mit unseren Zähnen auch diskret vergrössert, aber pssst.

Ich folge Bodesurri Richtung Lift, der sich erst wie von Zauberhand öffnet und dann wieder schliesst, bis wir gemeinsam in die Höhe schweben. Die Tür zum Lager steht offen, und auf dem Boden liegen tatsächlich einige der unfassbar guten «Bölleli» aus einem defekten Sack. Erst jetzt merke ich, wie hungrig ich bin, mein Bauch knurrt und ich schlinge ein Bölleli nach dem andern hinunter, Bodesurri tut es mir gleich. «Fippo, Fippo!» - Merkwürdig, Marcels Stimme hat sich verändert. Die ist sonst ein wenig tiefer. Wo ist er überhaupt? Ich kann ihn nicht entdecken, im ganzen Lager nicht, und fresse hastig weiter, bevor das Schlaraffenland hier seine Tore schiesst. Aber Marcel hört nicht auf zu rufen. «Fippo, wach auf!» - Was soll ich? Aufwachen? Natürlich bin ich wach, schliesslich fresse ich. Marcel braucht wohl eine Brille, denke ich und stürze mich auf die letzten Leckerli, die bis in die Ecke gerollt sind. «Fippo! Wach auf!» - Unwillig knurre ich. Wieso stresst der Kerl mich so? Und weshalb klingt seine Stimme heute nach Frau? Nicht nach irgendeiner Frau, fällt mir auf, sondern exakt wie – Fadrinas Stimme! Hat es mit der Fasnacht zu tun, dass er seine Stimme verstellt? Na ja, kann mir ja egal sein. Die Nase ganz am Boden nehme ich die Fährte auf nach dem allerallerletzten Leckerli, das unter einen anderen Futtersack geraten ist.

In diesem Moment spüre ich einen Ruck. Jemand fährt unsanft in mein Fell, ruft wieder und wieder «Fippo!», in mein Ohr. Die Stimme gibt keine Ruhe mehr. «Fippo, Fippo, wach endlich auf!» Ich schlucke das Leckerli runter und versuche meine Augen noch weiter zu öffnen. Wo immer Marcel auch ist, er scheint sich unsichtbar machen zu können. Gehört das ebenfalls zur Fasnacht?

Ich öffne die Augen sperrangelweit und schaue direkt in Fadrinas Gesicht. Hinter ihr steht Riet, der blonde Polizist, und neben ihm noch ein Mann, aber auch das ist nicht Marcel. Irgendwie kommt er mir bekannt vor! Doch woher nur, woher? In meinem Hundhirn wirbeln die Erinnerungsfetzen umher wie Konfetti. Und plötzlich dämmert es mir: Es ist der Tierarzt. Will er mir wieder merkwürdige Pillen geben? Sofort stelle ich mich tot. Während ich die Augen so fest schliesse wie ich nur kann, dämmert mir noch etwas. Hier riecht es kein bisschen wie in Marcels Lager. Hier riecht es nach zuhause, nach Fadrina und nach meinem heissgeliebten Wollteppich!

Kurz blinzle ich unter den Wimpern hervor um zu checken, ob denn Bodesurri da ist. Keine Spur von meinem früheren Kumpel. Dafür taucht noch der zweite Polizist auf. Ich erkenne ihn sofort – er war damals dabei, als sie mich abholen wollten. Dabei sehe ich ihn nur verschwommen, wie durch einen Schleier. Aber ich kann sehen, wie Riet lacht, der Tierarzt eine Schachtel mit Pillen schüttelt, der andere Polizist ein paar Notizen macht – und dass Fadrina weint. Weshalb denn bloss?

Ich will aufspringen, aber meine Beine sind aus Gummi. Es dauert, bis ich endlich auf allen Vieren bin und dabei ordentlich schwanke. Dann hebe ich meinen Kopf und lecke Fadrinas Tränen ab.»

Was hat diese Versammlung bei Fippo zu bedeuten? Und was ist mit der Person, die Fippos Schlaf – und die Köder mit dem Schlafmittel – zu verantworten hat? Fortsetzung folgt ... auf Wiederlesen!

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